Megatrends und Kapitalismus III: Decarbonisierung

Auch hier wieder der Disclaimer: Lesen sie meinen Beitrag „Die vier Reiter des Kapitalismus“ zuerst, falls sie es noch nicht getan haben.

Die Rolle der Decarbonisierung für das Klima

Die Decarbonisierung ist die Reduktion des CO2-Ausst0ßes zum Schutz des Klimas. Das Klima wandelt sich aber bereits selbst. Die Eis-Albedo-Rückkopplung ist bereits in Gang.

Was ist die Eis-Albedo-Rückkopplung und wie kann man sie aufhalten? In meiner Anfrage an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit erhielt ich eine über 500 Wörter lange Antwort, in der das Wort Eis-Albedo-Rückkopplung gar nicht vorkaum. Komisch, oder?

Die Eis-Albedo-Rückkopplung ist eine positive Rückkopplungsschleife aus Schnee-Eis-Schmelzen, dadurch reduzierter Lichtreflektion und folglich höheren Temperaturen. Sie wird erst enden, wenn die Arktis komplett eisfrei ist und auch die letzten Gletscher in Europa geschmolzen sind.

Wenn das passiert ist, kommt es durch den Abbruch der Thermohalinen Zirkulation zu einem Abbruch des Golfstroms und zu einer deutlichen Abkühlung in Europa (Zeitraum etwa 500 Jahre), es wird wieder deutlich mehr Schnee fallen im Winter, und die Eis-Albedo-Rückkopplung setzt (in die andere Richtung) ein und sorgt für eine Abkühlung des Planeten. Dadurch bildet sich wieder arktisches Eis, bis irgendwann ganz Europa und die Arktis eisbedeckt ist. Dann endet die Eis-Albedo-Rückkopplung, die Thermohaline Zirkulation (genauer: die Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC)) setzt ein, und der Golfstrom erwärmt Europa. Eis schmilzt, die Eis-Albedo-Rückkopplung lässt die Temperaturen steigen, und dann geht das ganze wieder von vorne los.

Jetzt fragt sich vielleicht noch der eine oder andere, ob denn der zusätzliche CO2-Ausstoß die Erde nicht immer und immer weiter anheizt, auch nachdem die Pole und die europäischen Gletscher geschmolzen sind.

Die Antwort ist kompliziert. Einmal ist es so, dass die Eis-Albedo-Rückkopplung den CO2-Gehalt der Atmosphäre völlig ignoriert. Das Albedo bezieht sich auf sichtbares Licht, und CO2 ist durchsichtig. CO2 reflektiert nur die von der Erde nach Absorption des sichtbaren Lichtes zurückgestrahlte Infrarotstrahlung. Daher ist eine einmal in Gang gesetzte Eis-Albedo-Rückkopplung immer stärker als das CO2. Zudem initiiert die Eis-Albedo-Rückkopplung auch immer die Ozean-CO2-Rückkopplung und die Land-CO2-Rückkopplung (auch positive Feedback-Kreise), so dass sich das CO2 entsprechend mit verändert.

Die Frage ist also, was wirkt stärker auf Europa: Das Ende des Golfstroms durch das Abbrechen der Thermohalinen Zirkulation, oder die Erderwärmung durch CO2?

Die Antwort gibt eine Studie aus Science Advances von 2017, es geht um Bild C:

Bild C

Wie sie sehen, wird es – trotz globaler Erwärmung überall – im Nordatlantik und in Nordeuropa deutlich kühler. Wer noch mehr darüber erfahren will und was es mit der Beringstraße zu tun hat, dem empfehle ich das hier.

Nachdem wir das abgehakt haben:

Warum hat man dann die Decarbonisierungsagenda angestoßen?

Die Decarbonisierung und die vier Reiter

Die Decarbonisierungsagenda sorgt einmal dafür, dass Rohstoffe wie Benzin teurer werden. Das sorgt dafür, dass das Pendeln zum Arbeitsplatz teurer wird, was für den Reiter der Urbanisierung wichtig ist. Windräder und Solarparks „verschandeln die Landschaft“ und machen den ruralen Lebensraum weniger attraktiv.

Jetzt würde man meinen, die Decarbonisierungsagenda wäre für die Globalisierung abträglich, da ja auch Schiffe mit Benzin angetrieben werden. Das ist richtig, allerdings sind Frachtschiffe sind bis heute nicht mit CO2-Steuern belastet.

Dennoch sorgt die Verteuerung der Rohstoffe in den Industrieländern natürlich wieder für mehr Globalisierung, denn in den armen Ländern der Welt kümmert sich niemand um CO2, und das Preisgefälle erlaubt den globalen Megakonzernen noch billigere Produktion im Ausland. Ebenso verlieren klassische, energieintensive Betriebe an Rentabilität, das ermöglicht größere Aufkäufe von diesen durch Megakonzerne und somit deren weiteres Wachstum.

Für den Punkt der Digitalisierung gibt es den sogenannten „CO2-Fußabdruck“. Diesen Begriff werden sie in Zukunft noch öfter hören. Das BMBF hat in dieser Studie eindrucksvoll beschrieben, wie das funktioniert:

Die Zustimmung zu diesem Punktesystem stieg in

Deutschland auch durch die Dynamik des Klima-

wandels. Dies erzeugte Handlungsdruck zum Gegen-

steuern, wobei sich ein Punktesystem als effizienter

Steuerungsmechanismus zum Umgang mit den Folgen

des Klimawandels entpuppte (z. B. durch Punktebe-

wertung des ökologischen Fußabdrucks). Das Verur-

sacherprinzip wurde durch das Punktesystem trans-

parent gemacht. Zudem erwies sich das Punktesystem

angesichts der guten wirtschaftlichen Situation als ein

geeignetes Instrument für den Arbeitsmarkt, der von

Fach- und Arbeitskräftemangel geprägt ist. Durch das

Punktesystem wurden Qualifizierungspotenziale er-

fasst, die räumliche Mobilität von Arbeitskräften wurde

effizient organisiert.

STUDIE | ZUKUNFT VON WERTVORSTELLUNGEN DER MENSCHEN IN UNSEREM LAND

Interessant übrigens auch die Megatrends, die auf der Seite, von der die Studie stammt, beschrieben werden:

Aber das führt ein wenig vom Thema ab. Die Decarbonisierung soll also zur Akzeptanz einer tiefgehenden Überwachungsfunktion führen, die weit über die Datensammlung mit Systemen wie Payback (nein, ich habe keine Payback-Karte) und GoogleMaps hinaus geht.

Weiterhin ist die Decarbonisierung einer der wichtigsten Treiber der Dysidentifizierung. Schon früh begann man, Kinder zu Instrumentalisieren, erst „mit Plant for the Planet“ (das Kind redet hier vor der UN), dann Fridays for Future, das sich direkt an Kinder richtet.

Das sind keine natürlichen Entwicklungen, die Kinder sind durch professionelles Marketing von ihren reichen, einflussreichen Eltern dort hin gebracht worden. „Plant for the Planet“ verwaltet übrigens die Konten von „Fridays for Future“, ganz zufällig, ganz normal…

Das Ziel ist es natürlich, den Kindern Angst zu machen. Beispiel: Ein Vertretungslehrer in der Klasse meines Sohnes sagte den Kindern, der Klimawandel sei gefährlicher als ein Atomkrieg… und Angst, das habe ich ja schon im Hauptartikel über die vier Reiter geschrieben, macht formbar.

Wenn die Kinder denken, es sei wichtiger, Freitags zu streiken, als zur Schule zu gehen, dann ist da seine tiefgehende Werteverschiebung, die unsere Gesellschaft eigentlich nicht zulassen dürfte. Dass sie es doch tut, spricht Bände.

Es gibt noch weitere Quervernetzungen. Unter anderem über die Methan auspupsenden Kühe zum Vegetarismus, dazu der erste Beitrag der Reihe. Kein Fleisch essen soll gut sein für das Klima? Lesen sie einfach den verlinkten Beitrag.

Darüber hinaus bietet sich mit dem „CO2-Zertifikate-Handel“ noch ein weiterer, sehr leicht manipulierbarer aber lukrativer Markt, auf dem ohne echte Wertschöpfung Gewinne gemacht werden können, und in den natürlich auch die Eltern von den beiden Kindern oben auf den Bildern verstrickt sind …

Mein Fazit

Im Punkt Klimawandel hilft einfach nur aufklären, aufklären, aufklären!

Teilen sie den Artikel mit den Leuten, die von der Decarbonisierung überzeugt sind.

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Weitere Artikel zum Thema Antikapitalismus

Veröffentlicht von Zacharias Fögen

Arzt. Psychosomatiker. Tiefenpsychologe. Verheiratet, Vater von zwei Söhnen. Gegner der Corona-Maßnahmen. Antikapitalist und Antisozialist.

5 Kommentare zu „Megatrends und Kapitalismus III: Decarbonisierung

  1. Sehr geehrter Herr Fögen,
    erlauben Sie eine kurze Rückfrage: Warum benutzen Sie das Wort „Decarbonisierung“? Das bedeutet wortwörtlich gesehen eine Entfernung von Kohle (carbo) oder Kohlenstoff (Karbon). Kohlenstoff ist die Grundlage des Lebens, u.a. auch des Skeletts. Was eine Welt ohne Kohlenstoff wäre, wissen Sie. Also, ich würde diese falsche Bezeichnung nicht verwenden. Vielleicht findet sich etwas Treffenderes. Auf jeden Fall sollte man diese Bezeichnung eher kritisieren und auf die Folgen der falschen Benutzung aufmerksam machen.

    Gefällt mir

  2. Lieber Zacharias Fögen,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Es ist schwer geworden, gute und manipulierte Information in Sachen zu trennen. Wir denkenden Menschen sollen vom eigenen Denken entfernt und isoliert werden, dass ist mir bei meinen eigenen Recherchen zu „Klimawandel“ klar geworden. Zunächst einleuchtende Informationen (CO2 wird mehr, wenn mehr ausgestossen wird) werden mit unklaren, zweifelhaften Informationen (CO2 ist hauptverantwortlich für Temperaturerhöhung) global gleichgeschaltet ergänzt. Nicht zuletzt durch die globale Medienpropaganda um Cxxxx angestachelt, habe ich mich selbst auf die Suche nach Klimadaten und Klimawissen begeben und versucht strassentaugliche Erkenntnisse zu formulieren. Gerne tausche ich mich hierzu aus. Es scheint mir wichtig, medial erzeugte Sprachkonstruktionen aufzudecken und durch herkömmliche Sprache zu ersetzen. Das fängt hier beim falsch (propagandistisch) verwendeten Begriff „Klimawandel“ an.

    Beste Grüße Stefan Laubereau Berlin

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Herr Fögen,

    auch von mir ein großes Dankeschön für die lesenswerten Beiträge, die sie hier veröffentlichen. Gerne teile ich diese Adresse auch immer wieder im Freundes- und Bekanntenkreis. Alleine schon, um teils (noch / wieder) kritischen Geistern weiteres Futter zu liefern und die Denkprozesse anzuregen. 🙂

    Machen Sie weiter so, ich kehre gerne wieder.

    Gefällt 1 Person

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