COVID-19 Maßnahmen: Ja oder nein?

Seit März 2020 wird wegen COVID-19 in nie da gewesenem Maß durch Maßnahmen „gegen das Virus“ in unsere Grundrechte eingegriffen. Die dabei verwendeten Maßnahmen waren zuvor niemals Teil einer gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Diskussion. Auch in den Pandemie-Notfall-Plänen der Bundesländer fanden sich nie vergleichbare Maßnahmen. Ich halte es für notwendig, aufgrund der Neuartigkeit der Maßnahmen, deren Geeignetheit, Erforderlichkeit und Angemessenheit zu diskutieren. Das tue ich hier mit Argumenten, die ich von beiden Seiten gesammelt habe. Wenn Sie Argumente für eine Seite ergänzen wollen, so können sie dies über die Kommentarfunktion tun.

Ein paar einführende Worte zum Virus SARS-CoV-2

Das Virus existiert. Seine gesamte Gensequenz wurde schon hundertfach in Einzelteile zerlegt und analysiert. Aus diesen Analysen wissen wir, dass er sich von anderen endemischen Corona-Viren durch eine Furin-Spaltstelle am Spike-Protein unterscheidet. An dieser wird (oft) innerhalb der Zelle, bei der Produktion des Virus, ein Stück des Spikeproteins (durch das Enzym Furin) abgeschnitten. Dadurch entsteht eine neue Andockstelle, mit der das Spikeprotein an einen neuen Rezeptor, Neuropilin-1, andocken kann. (Quelle)

Neuropilin-1 findet sich besonders im Riechepithel (daher der häufige Geruchs- und Geschmackverlust) und im Endothel. Das Endothel kleidet die Wände der Venen und Arterien aus. Daher attackiert SARS-CoV-2, wenn es ins Blut gelangt, die Wände der Blutgefäße und verursacht eine sogenannte Endotheliitis. Das ist aber erst im Stadium 3. Im Stadium 1 ist es eine normale Erkältung, die sich nicht von anderen Coronaviren unterscheidet. Im Stadium 2a ist es eine normale Lungenentzündung, die sich ebenfalls nicht von anderen Coronaviren unterscheidet.

Die Furin-Spaltstelle ändert jedoch natürlich nichts daran, wie und wie schnell sich das Virus im Vergleich zu anderen endogenen Coronaviren verbreitet.Das folgende Diagramm der Arbeitsgemeinschaft Influenza beim RKI ist gut geeignet, um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 (orange) und endogenen Coronaviren (braun) zu vergleichen:


Vergleichen sie hCoV und SARS-Cov-2 im Herbst/Winter 2021/2022

Die Frage ist also, wie häufig kommt es zu Stadium 3.

Studien dazu, was – physiologisch gesehen – zu einem Übergang ins Stadium 3 führt, habe ich nicht gefunden.

7 Gründe gegen die Maßnahmen

Ich habe insgesamt sieben Gründe gefunden, die gegen die Maßnahmen sprechen. Die Gründe werden nacheinander diskutiert Die Gründe folgen einem Stufenschema, wir fangen aus didaktischen Gründen „hinten“ an. Vergessen sie nachher nicht, ihre Gegenargumente in die Kommentare zu schreiben, ich gehe auf alle ein!

7. Die Maßnahmen hätten Gegenstand einer ausführlichen gesellschaftlichen und politischen Diskussion (in den Medien) sein müssen

Über die sechs folgenden Punkte wurde in den Medien nicht diskutiert. Das ist für die Meinungsbildung des einzelnen und damit der Gesellschaft aber essentiell. Wenn wir als Gesellschaft solche Maßnahmen einsetzen wollen, dann braucht es dafür einen breiten gesellschaftlichen Konsens.

„Aber es gibt doch einen breiten gesellschaftlichen Konsens für die Maßnahmen“

EINWAND

Wie kann es ohne kontroverse Diskussion einen Konsens geben?

Diskussionen werden nicht zugelassen, die Medien ernennen sich selbst zu „Faktencheckern“ anstatt eine Plattform für den Austausch von Meinungen zu sein.

Die Ziffer 14 des Pressecodex gegen sensationslüsterne und Angst machende Berichterstattung über medizinische Themen wurde schon mit den Bildern aus Bergamo und New York ganz früh über Bord geworfen.

Daraus entstanden ist eine in vielen gesellschaftlichen Schichten anerkannte Notwendigkeit und Alternativlosigkeit für diese Maßnahmen, die von den Medien als Konsens dargestellt wird. Ein Hinterfragen der Notwendigkeit und Alternativlosigkeit, wie es in den Punkten 1-6 geschehen wird, gehört aber zu einer objektiven Bewertung dazu.

Ein Konsens ist nun aber das Resultat einer Diskussion von Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, und die Bildung eines solchen Konsens (mittels Diskussion) wird durch die Medien, und auch durch die sozialen Medien, verhindert.

Da die konsensbringende Diskussion verhindert wird, ist das Resultat ist natürlich eine massive Spaltung der Gesellschaft in Maßnahmenbefürworter und Maßnahmengegner. Die COSMO-Studie (u.a. mit dem RKI) zeigt: „Das Vertrauen von Ungeimpften in die Bundesregierung ist bereits so niedrig, dass es kaum mehr verspielt werden kann.“ und „Es bilden sich „Blasen“ Geimpfter und Ungeimpfter Personen mit jeweils Gleichgesinnten.“

Diese Spaltung ist der letzte meiner 7 Punkte gegen die Maßnahmen.

„Wer unterdrückt denn die Diskussion?“

EINWAND

Im Panikpapier des Bundesinnenministeriums steht zur Kommunikation (Punkt 4):

  • Um die „gewünschte Schockwirkung“ zu erzielen, müsse die „Urangst“ zu „Ersticken“ „verdeutlicht werden“.
  • Es soll „das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann“ „verdeutlicht werden“.
  • „Folgeschäden“ „werden aber ständig wie ein Damoklesschwert über denjenigen schweben, die einmal infiziert waren“.

Während der österreichische Bundespräsident vor einer Verschlimmerung der Spaltung der Gesellschaft warnt, leugnet der deutsche Kanzler Scholz (SPD) diese. Das mag auf den ersten Blick verwundern, aber wenn man bedenkt, dass die SPD große Anteile am Redaktionsnetzwerk Deutschland hält und auch fast die Hälfte der Sitze im Verwaltungsrat der öffentlich-rechtlichen, so wird doch recht offensichtlich, wer die Diskussion unterdrückt.

Die Kommunikationsstrategie der Regierung war von Anfang an, Angst zu schüren um eine Unterstützung für die Maßnahmen zu bekommen, aber nicht, die Maßnahmen kritisch zu diskutieren. Wie sagte RKI-Chef L. Wieler:

„Diese Regeln […] dürfen überhaupt nie hinterfragt werden.“ „die Grundregel, die dürfte und sollte niemand mehr in Frage stellen“. Und die Medien gehochten.

6. Die Maßnahmen sind unmoralisch

Kommen wir nun zur moralischen Betrachtung.

„Der Lockdown ist Solidarität mit den anderen!“

EINWAND

Stellen sie sich vor, es gebe nur zwei Extreme: die einen machen alles so weiter wie bisher, und die anderen bleiben nur zu Hause, haben null Kontakte und lassen sich alles liefern (100%ige Sicherheit).

Wenn jetzt die Gruppe der „Weitermacher“ solidarisch sein will, dann versorgt sie die Gruppe der „Isolanis“ mit, bezahlt deren Lohnausfall etc. mit ihren Steuern, geht für diese Arbeiten, bringt denen das Essen etc. Das ist Solidarität.

Aber die anderen dazu zu zwingen, sich einzuschränken (bzw. sich an gesetzliche angeordnete Maßnahmen zu halten) ist keine Solidarität. Wenn ich mit einem Obdachlosen solidarisch sein will, lege ich mich nicht mit ihm unter die Brücke, und ich zwinge auch nicht andere dazu, unter der Brücke zu schlafen.

„Das Beispiel mit dem Obdachlosen passt nicht, denn es geht ja um Gesundheit.“

EINWAND

Wenn es draußen sehr kalt ist, und der Obdachlose Körperwärme braucht, dann passt es schon. Genauso ist es natürlich solidarisch, wenn man für die Nachbarin mit dem gebrochenen Bein einkaufen geht. Aber für die Nachbarin einzukaufen, weil sie sich beim Einkaufen ja das Bein brechen könnte, das ist nicht solidarisch, sondern stupide.

Aber gehen wir nochmal zurück zu der Situation, dass einige sich zum Selbstschutz isolieren und andere normal weitermachen.

In dieser Situation hat jeder die freie Entscheidung. Durch die Maßnahmen wird die Freiheit von allen, die sich nicht einschränken wollen, extrem eingeschränkt, damit die Freiheit derjenigen, die sich isolieren wollen, nur ein Minimum größer wird. Diese Schere wird natürlich um so größer, je stärker der Lockdown wird.

Am Höhepunkt des Lockdowns durfte man nur eine Person aus einem anderen Hausstand treffen, nachts nicht rausgehen, fast alles außer Lebensmittelläden war geschlossen. Was ist hier der Unterschied zur maximalen Selbstisolation? Wieviele von denen, die sich selbst isolieren würden, haben denn diesen einen Kontakt genutzt, und hätten diesen einen Kontakt nicht gemacht, wenn es die Regeln nicht gäbe?

Das heißt, der gesamte Lockdown ist nur für diejenigen ein Gewinn, die sich eigentlich maximal selbst isolieren würden, die aber weil alle anderen sich auch einschränken müssen, ein bisschen weniger Angst haben und diesen einen Kontakt wahrnehmen. Wenn dieser eine Kontakt aber auch nur den anderen als direkten Kontakt hat, beide also in einer Selbstisolation sind, und sich nur gegenseitig treffen, so spielt es gar keine Rolle, was alle anderen machen.

Der einzige Unterschied wäre also, wenn der Kontakt sich eigentlich nicht einschränken würde und nun aber durch die Regeln ebenfalls nur einen Kontakt hat.

Das bedeutet, der Lockdown sorgt dafür, dass diejenigen die sich selbst isolieren würden auch diejenigen mit weniger Sorge treffen können, die sich nicht freiwillig einschränken würden.

Folgende Frage wäre also an den Kontakt, der sich eigentlich nicht einschränken will, zu stellen: „Würdest du dich freiwillig in deinen Sozialkontakten zeitweilig vor einem Treffen maximal einschränken, damit ich weniger Angst haben muss wenn ich mich mit dir treffe?“

Nun wenn die Person das bejaht, so kann sie sich ja für eine Woche einschränken und am Ende der Woche dann das Treffen durchführen. Aber dann brauchen wir natürlich keinen Lockdown.

Damit bleibt also als Begründung für den Lockdown das Szenario, dass jemand, der sich selbst isolieren würde, jemanden treffen will, der sich nicht einschränken lassen will, und dieser ist nicht bereit, sich zu isolieren, bevor er den anderen trifft.

Das heißt, wir zwingen mit dem Lockdown diesen Unwilligen dazu, sich weitgehend zu isolieren, damit er diejenigen, für die er das nicht auch freiwillig machen würde, auch treffen könnte – wenn er denn wollte. Aber die Frage ist ja, will der Unwillige diesen Isolani, der ihm die Selbst-Isolation vor einem Treffen nicht wert ist, denn überhaupt treffen, wenn die Maßnahmen ihn dazu zwingen und seine Freiheit einschränken?

Mit anderen Worten, würde ein Maßnahmengegner sich treffen mit einem Maßnahmenbefürworter, den er nicht so gut kennt oder mag, dass er sich freiwillig für diesen einschränken würde?

Auf die Gesellschaft bezogen wird die Antwort klar: Haben sich im Lockdown etwa unzählige starke Maßnahmengegner und starke Maßnahmenbefürworter – die sich nicht so gut kennen – fraternisiert und ist deren Freundschaft regelrecht aufgeblüht? Nein, natürlich nicht, die Gesellschaft ist viel gespaltener als vorher, es haben sich „Blasen“ gebildet (s.o.).

Es bleibt also im Beispiel dabei, dass der Isolani entweder ein Risiko eingehen muss, wenn er sich mit dem Unwilligen treffen will, oder er lässt es bleiben. Denn den Unwilligen dazu zu zwingen, die Voraussetzungen zu erfüllen, bringt die beiden nur in den seltensten Fällen näher.

Ich fasse zusammen: für diesen seltenen Fall eines Isolani, der einen Unwilligen treffen will, der sich nicht für diesen Isolani selbst isolieren will, der aber durch die Regeln dazu gezwungen wird und der dann nicht so sehr verärgert darüber ist, das er das Treffen verweigert, sich also trotzdem mit dem Isolani trifft und die beiden verstehen sich danach besser als vorher, nur für diesen Fall macht der Lockdown einen Sinn.

„Das berücksichtigt aber nicht, dass Menschen sich auch im Beruf anstecken können.“

EINWAND

In jedem Beruf gibt es Risiken. Auch im Lockdown muss sich beispielsweise das Klinikpersonal, das Pflegepersonal und das Supermarktpersonal gewissen Risiken stellen. Jeder Krankenwagenfahrer, der mit Blaulicht fährt, jeder Feuerwehrmann der gegen Brände kämpft, geht in seinem täglichen Leben Risiken ein. Aber es ist jedem selbst überlassen, zu wählen, welche Risiken er eingeht bzw. welchen Beruf er ausübt.

Jeder Isolani kann den Job wechseln oder auch einfach kündigen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeiten der Heimarbeit und die Möglichkeit sich mit individuellen Maßnahmen zu schützen. Niemand muss sich im Beruf anstecken.

„Aber nicht jeder kann es sich leisten zu kündigen.“

EINWAND

An diesem Punkt greift die Solidarität mit denen, die Angst haben und sich isolieren wollen, es denen zu ermöglichen.

5. Die Maßnahmen sind widerrechtlich

Der Punkt der Widerrechtlichkeit bezieht sich auf die Einordnung der Grundgesetzeingriffe.

In Spanien beispielsweise wurde der Lockdown für verfassungswidrig erklärt (nachzulesen z. B. hier, hier oder hier), allerdings nur, weil der Ausnahmezustand nicht ausgerufen wurde.

„Aber in Deutschland wurde die Bundesnotbremse vom Bundesverfassungsgericht bestätigt, viele andere Gerichte haben die Corona-Maßnahmen ebenfalls bestätigt.“

EINWAND

Im Urteil über die Bundesnotbremse urteilte das Gericht: „Die danach denkbare Höchstdauer der Maßnahmen – die in keinem Gebiet der Bundesrepublik erreicht wurde – betrug circa zwei Monate. […] Freiheitsbeeinträchtigungen wiegen aber grundsätzlich weniger schwer, je kürzer sie gelten.“ Es wurde also mitnichten über die 2 Jahren andauernden Einschränkungen entschieden, sondern nur über die „kurze“ Bundesnotbremse.

Aufgrund der komplizierten Regelungstechnik mit Corona-Verordnungen musste man in Deutschland durch die Instanzen des Verwaltungsgerichtsweg auf Länderebene klagen, was sehr lange dauert. Auch in Deutschland gab es abweichende Urteile zur Corona-Politik von Amtsrichtern, die dann mit Hausdurchsuchungen beglückt wurden. Eines der ersten Urteile auf Länderebene ist, dass der bayrische Verwaltungsgerichtshof gegen die Ausgangssperren von Söder entschieden hat, knapp 1,5 Jahre nach den Maßnahmen. Weitere Urteile sind noch offen.


Zur Einschränkung der Grundrechte wird die Einschränkung der Grundrechte anderer angeführt, genauer gesagt: Die Einschränkung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit.

Diesem Grundrecht des Individuums wird aber bereits genüge getan, wenn man zu Hause bleibt, sich alle Dinge liefern lässt, Heimarbeit macht und niemanden trifft. In diesem Fall ist die körperliche Unversehrtheit bezüglich COVID-19 zu 100 Prozent garantiert.

„Das können aber nicht alle so machen, irgendjemand muss ja beispielsweise liefern.“

EINWAND

Auch im Lockdown müssen sich beispielsweise das Klinikpersonal, das Pflegepersonal und das Supermarktpersonal gewissen Risiken stellen. Ich kenne einen Chefarzt (der inneren Medizin), der das Krankenhaus aus Angst vor COVID verlassen hat. Das ist sein gutes Recht.

Das Argument „das können nicht alle machen“ gilt genau so für den Lockdown und ist daher keins.

„Wir tun das ja nur, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.“

EINWAND

Im Falle einer Überlastung des Gesundheitssystems wird die Qualität der medizinischen Versorgung abnehmen. Aber hat die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland nicht schon durch die DRGs (Fallpauschalen) abgenommen? Sind damit nicht auch DRGs verfassungswidrig? Hat die Qualität der medizinischen Versorgung nicht auch durch den Pflege- und Ärztemangel abgenommen? Ist es nicht auch verfassungswidrig, nichts dagegen zu tun, oder das indirekt zu fördern? Hat die Qualität der medizinischen Versorgung nicht auch durch das Schließen von über 20 Krankenhäusern in der Pandemie abgenommen? Warum ist eine Überlastung des Gesundheitssystems durch Corona ein Grund für Grundrechtseinschränkungen, in der Grippewelle 2018 aber nicht?

Das sind nur die offensichtlichsten Widersprüche.

„Nur weil andere Gründe für eine Überlastung sorgen oder daran einen Anteil haben, ändert das nichts an dem Problem.“

EINWAND

Entscheidend ist doch: Es gibt kein Grundrecht auf Risikofreiheit. Unter dem Vorwand der Risikoreduktion könnte man sämtliche Grundrechte außer Kraft setzen. Es ist aber in unserer Gesellschaft jedem selbst überlassen, welche Risiken er eingeht. Wir erlauben beispielsweise das Rauchen und den Alkoholkonsum, obwohl beides schädlich für den Körper ist.

Aber wer jemanden mit COVID-19 ansteckt, begeht Körperverletzung an einem anderen!

EINWAND

Die höchstrichterliche Rechtsprechung in Deutschland besagt, das die Infektion eines anderen mit HIV (also einem viel gefährlicheren Virus), wenn man selbst nichts von der Erkrankung weiß, keine Straftat ist. Daher kann auch die Ansteckung eines anderen mit dem viel weniger gefährlichen SARS-CoV-2 keine Körperverletzung sein. Dieser Vorwurf ist also rechtlich nicht haltbar.

Folglich darf auch nicht einfach jede Personen als Gefährder oder Infektionsversächtige im Sinne des Infektionsschutzes bezeichnet und damit von irgendwelchen Maßnahmen betroffen sein.

„Dann schreiben sie, es könnte jeder selbst zuhause freiwillig zuhause bleiben, was zwar individuellen Schutz bietet, aber eben nicht zu einer grundsätzlichen Eindämmung des Infektionsgeschehen führt, also das Ziel verfehlt.“

EINWAND

In der Tat ist es so, dass die Eindämmung des Infektionsgeschehens damit nicht möglich wird. Damit stellt sich unmittelbar die Frage, ob die bloße Eindämmung des Infektionsgeschehens überhaupt Grundgesetzrang hat, also tatsächlich eine positive Wirkung hat, also ob die Eindämmung die Zahl der Todesfälle reduziert. Das wäre ja nach dem Prinzip der Geeignetheit eines Gesetzes zu überprüfen und damit wären wir bei Punkt 4.

4. Die Maßnahmen bewirken nicht weniger Todesfälle

In diesem Teil gehe ich auf die unterschiedlichen Maßnahmen nacheinander ein.

Der Lockdown

„Aber es haben sich ja aufgrund der Maßnahmen weniger Menschen angesteckt“ (sog. Präventionsparadox)

EINWAND

Die Aussage ist richtig, die Implikation, dass es deswegen weniger Tote gab, ist aber falsch.

Da das Alter der größte Risikofaktor für COVID-19 ist, sollten sich die Alten am wenigsten anstecken. Aber durch den Lockdown ist genau das Gegenteil passiert. Im Winter hatten wir bei den über 90jährigen für 6 Wochen eine Inzidenz von im Schnitt 650, während bei den Kindern in diesem Zeitraum eine Inzidenz von 80 herrschte.

Die Kontakte der pflegebedürftigen über 80jährigen in Deutschland lassen sich nämlich nicht wirklich reduzieren. Diese sind von Alltagsveranstaltungen oft ausgeschlossen und haben oft nur Kontakt zu den Pflegenden, aber dafür diesen eng und regelmäßig. Stellenweise betrug der Anteil der über 80jährigen an den Infizierten über 13%, obwohl nur 7% der Bevölkerung über 80 sind.

Dagegen werden durch den Lockdown besonders die Jüngeren in der Zahl und der Enge ihrer Kontakte stark eingegrenzt.

Aber wenn sich insgesamt weniger anstecken, dann stecken sich auch weniger über 80jährige an.

EINWAND

Man sieht im Vergleich mit Schweden, dass sich der Lockdown primär auf die Zahlen der unter 70jährigen ausgewirkt hat.

Dass diese Hypothese nicht aufgegangen ist, sieht man an Schweden, wo sich gleich viele über 70jährige infiziert haben.

Fälle pro 100.000 Einwohner in Schweden für verschiedene Altersgruppen, Deutsche 70+ in Blau ergänzt.

Die Infektionszahlen der über 70jährigen in Deutschland und Schweden verlaufen fast gleich, da der Lockdown primär die Arbeits-, Schul-, Sport- und Sozialkontakte eingeschränkt hat (welche die über 70jährigen nicht oder kaum haben).

Man sollte außerdem noch bedenken, dass auch in Schweden Nachtclubs, in denen sich besonders die jüngere Bevölkerung ansteckt, sowie größere Feste und Festivals verboten waren. Eigentlich hätte sich gerade die Generation Disko sich also noch stärker angesteckt.

„Wahrscheinlich haben die Schweden einfach nur weniger getestet als wir, deshalb ist ihre Dunkelziffer höher als in Deutschland und sie haben mehr infizierte über 70jährige“

EINWAND

Im Gegenteil, Schweden hat mehr getestet, das heißt die Dunkelziffer dort ist niedriger als in Deutschland.

Vergleich der Tests pro 100.000 Einwohner zwischen Schweden und Deutschland.

„Die Maßnahmen hätten noch strenger sein müssen, dann hätte es funktioniert. Stichwort Zero COVID.“

EINWAND

Je strenger die Maßnahmen sind, desto mehr fokussiert sich das Virus auf diejenigen, welche bestimmte Maßnahmen selbst nicht einhalten können, da dies beruflich zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Dinge (z.B. Krankenhäuser, Pflege) und zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Überwachung der Einhaltung der Maßnahmen notwendig ist. Ebenso nimmt die Anzahl der Delinquenten, welche sich nicht an die Maßnahmen halten, exponentiell zu, je strenger die Maßnahmen sind.

Daher kann die Zahl der Ansteckungsgefährdeten gar nicht auf Null gehen, wie die folgende Skizze beispielhaft verdeutlichen soll.

Außerdem kann der Corona-Virus beispielsweise in Hirschen überleben. Außerdem kann er auch lange in manchem Menschen versteckt sein, wie die Infektion dieser Polarforscher zeigt.

Die ZERO-COVID Strategie ist daher eine mathematische Modellierung, welche wichtige Grundlagen ignoriert und daher nicht funktionieren kann, sobald das Virus einmal in der Breite der Bevölkerung angekommen ist.

Aber in Neuseeland etc. hat das doch funktioniert.

EINWAND

Neuseeland ist eine Insel, die sich sehr frühzeitig völlig abgeschottet hat, das geht in einem Binnenland wie Deutschland nicht. Die Abschottung funktioniert aber nicht mehr, sobald sich der Virus erst einmal unbemerkt verbreitet. Das sieht man an Australien.

Was ist mit China, da funktioniert es doch?

EINWAND

Auf China einzugehen wäre in diesem Kontext zu umfangreich, und letztendlich ist die Kernfrage die Glaubwürdigkeit der Zahlen der chinesischen Regierung. Festzuhalten bleibt: Demütigende Maßnahmen wie Analtests auf COVID-19 für einreisende Diplomaten sind medizinisch völlig unsinnig, die totale Überwachung jedes Einzelnen per Handy ist dank COVID-19 auch etabliert. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Die Masken

Wenn sie ein Brillenträger sind, kennen sie sicherlich das folgende Phänomen: Beim Tragen einer Maske beschlägt die Brille beim Ausatmen, beim Einatmen verschwindet der Beschlag jedoch wieder. Warum? Sie haben die Tröpfchen wieder eingeatmet.

Würden sie eine Maske tragen, die zuvor jemand anderes getragen hat? Würden sie eine Maske tragen, die zuvor ein COVID-Infizierter getragen hat?

Das würde kaum jemand machen. Da die Maske die Viren aufhält, sammeln sich beim Ausatmen die virenhaltigen Tröpfchen in der Maske. Beim Einatmen kann man diese wieder einatmen.

Aufgrund der kurzen Distanz und wegen des Verdunstens von Teilen des Tröpfchens landen die Viren beim Einatmen aus der Maske direkt in der Lunge und führen so zu Stadium 2 von COVID-19.

Daher reduzieren die Masken zwar die Zahl der Ansteckungen, aber sie erhöhen auch die Zahl der Viren in der Lunge und damit die schweren Verläufe. Nichts anderes habe ich in meiner Studie gezeigt.

Das Lüften

Der wichtigste Schutz gegen COVID-19 ist die Schleimschicht auf unseren Schleimhäuten. Diese besteht aus einer zähflüssigen äußeren Schicht, in der Viren und andere Partikel hängen bleiben, und einer dünnflüssigen inneren Schicht, die durch Bewegung kleiner Härchen in Fluss versetzt wird, um die eingefangenen Partikel abzutransportieren Richtung Speiseröhre.

Wenn diese Schleimschicht zu dünn wird, da zu viel Flüssigkeit verdunstet, dann kommen die Viren aus der oberen Schicht in Kontakt mit den Häärchen und können so in die Zelle eindringen.

Da der Schleim etwa 36°C warm ist, verdunstet er um so schneller, je kälter und trockener die eingeatmete Luft ist. Das ist auch die Hauptursache für die Saisonalität von Viren.

Das ständige Lüften im Winter sorgt nun dafür, dass trockene und kalte Luft von draussen nach drinnen kommt und die Schleimhäute immer trockener werden, und Infektionen so erst zunehmen.

3. Die COVID-Wellen können durch eine Ivermectin-Prophylaxe verhindert werden.

Ivermectin ist ein Antiparasitikum, für dessen Erfindung 2015 der Nobelpreis vergeben wurde. Ivermectin wird in tropischen Ländern im Rahmen des WHO-Programms zur Eliminierung der Onchozerkose (Flussblindheit) an die gesamte Bevölkerung betroffener Länder verteilt.

Die Erklärung dafür liefert eine Studie, die zeigt, dass Ivermectin langfristig die ACE-2-Rezeptoren, durch welche SARS-CoV-2 Viren in die Zellen eindringen, blockiert. Die Studie zeigt außerdem, dass Ivermectin innerhalb der Zelle Proteine des Virus und damit dessen Vermehrung stört.

Aber auch mitten in einer Corona-Welle kann die Ausgabe von Ivermectin an die Bevölkerung die Ausbreitung des Virus stoppen, wie die folgende Grafik illustriert:

Vergleich der COVID-19-Fälle zwischen Goa (mit Ivermectin) und Tamil Nadu (ohne Ivermectin).

„Aber Ivermectin ist ein Entwurmungsmittel für Tiere!“

EINWAND

Mit Ivermectin werden jedes Jahr Millionen Menschen weltweit behandelt. Es handelt sich bzgl. der Behandlung bei COVID-19 um eine sogenannte „repurposed drug“, also um ein Medikament, das eine weitere Wirkung hat, außer der bisher bekannten. Ein anderes Beispiel dafür ist das Blutdruckmedikament Viagra, das sich als Blutdrucksenker nicht durchsetzen konnte, dafür aber andere Dinge steigert.

„Aber Ivermectin hat starke Nebenwirkungen!“

EINWAND

Ivermectin ist eines der am besten verträglichsten Arzneimittel weltweit, sonst würde es die WHO nicht an Millionen Menschen jährlich verteilen und der Erfinder hätte nicht den Nobelpreis bekommen. Da die Medikamentenhersteller Ivermectin (trotz patentfreiheit) in Europa künstlich verknappt haben, den Preis in die Höhe getrieben haben und der billige Import aus Indien zu 1/100 des Preises durch den Zoll unterbunden wird, haben manche Menschen Tierpräparate gekauft und eingenommen. Dies führt natürlich zu Überdosierungen, aber selbst davon ist noch keine tödlich gewesen.

„Aber Studien zeigen keinen Effekt!“

EINWAND

Es gibt inzwischen 78 Studien zu Ivermectin bei COVID-19, Tendenz steigend. Fast alle zeigen einen positiven Effekt von Ivermectin. Eine Prolematik dabei ist, dass viele kleine Studien „underpowered“ sind, um einen Effekt auf die Mortalität zu finden, weil statistisch gesehen zu wenige der Patienten an COVID sterben. In der Metaanalyse ist der Effekt jedoch ganz deutlich.

Da eine ausführliche Diskussion der 78 Studien hier natürlich den Rahmen sprengen würde, beschränkte ich mich hier auf die epidemiologische Evidenz oben .

2. Die Fallsterblichkeit der Delta-Variante entspricht für Ungeimpfte der Grippe, für Geimpfte nochmal deutlich niedriger

Basierend auf den Zahlen des RKI-Wochenberichts vom 02.12.2021, Seite 23 und der Altersverteilung der Fälle habe ich für die KW 37-40 mit Hilfe der Bevölkerungspyramide die Fallzahlen der Delta-Variante unter symptomatischen* (siehe Hinweis) Ungeimpften berechnet. Die Kinder von 0-11, die bis dahin alle noch ungeimpft waren, sind alle in die Berechnung mit eingeflossen. Die Sterbefälle entstammen der Meldewoche 44-47, also mit 2 Wochen verzug, entsprechend dem üblichen Verlauf.

Hinweis: Da es natürlich auch viele asymptomatische gibt, die aber nicht asymptomatisch versterben (und somit nur den Nenner der Fallsterblichkeit erhöhen), ist die eigentliche Fallsterblichkeit natürlich noch niedriger als das Ergebnis hier.

Alter0-910-1112-1718-5960+Summe
Bevölkerung (D) in Mio7,71,54,545,823,783,2
Symptomatische Fälle mit Impfstatus KW44-47138720270233429322976857233487037
Davon Impfdurchbrüche00259311484940788158230
Ungeimpfte Fälle138720270233170011491916445328807
Verstorbene symptomatische Fälle mit Impfstatus KW46-4900014515391684
Davon Impfdurchbrüche00021691712
Ungeimpfte Verstorbene000124848972
Fallsterblichkeit Ungeimpfte0,00 %0,00 %0,00 %0,11 %5,16 %0,30 %

Tabelle zur Berechnung der Fallsterblichkeit der Delta-Variante unter Ungeimpften in Deutschland

Das Ergebnis ist eine Fallsterblichkeit von 0,3% unter den (symptomatischen) Ungeimpften, das entspricht der Sterblichkeit der Grippe (unter nicht Grippe-Geimpften). Die eigentliche Infektionssterblichkeit liegt natürlich noch niedriger.

Die Englischen Daten sind etwas leichter aufzuschlüsseln: auf Seite 19 finden sich 257.357 ungeimpfte Delta-Fälle, auf Seite 20 finden sich 722 ungeimpfte Delta-Verstorbene, so dass wir auf eine Fallsterblichkeit von 0,28% kommen.

„Das Coronavirus ist aber ansteckender als die Grippe“

EINWAND

Das RKI schätzt den R-Wert (Reproduktionswert, die Zahl der Menschen, die ein Infizierter ansteckt) des Coronavirus auf 2-3,3, die WHO auf 1,4-2,5 (Quelle). Bei der Grippe wird der Reproduktionswert auf 2-3 geschätzt.

OurWorldInData hat über 100.000 Reproduktionswerte gesammelt, davon liegen nur 0,11% über 3, nur 17 Werte über 4. Da einige Länder haben kaum Maßnahmen ergriffen haben, müssten zumindest dort dann ja systematisch höhere Werte gemessen werden.

Da sich SARS-CoV-2 nur durch die Mutation eines Oberflächen-(Spike-)Proteins von anderen Coronaviren unterscheidet, ändert sich nicht die Art und Weise, wie der Virus übertragen wird: Ausschleusung aus der Zelle als Virus in den Speichel, Übertragung mit dem Speichel auf andere Personen, Durchdringen der Schleimbarriere des zu Infizierenden, und Eindringen in die Epithelzelle des zu Infizierenden. Nur die letzten Mykrometer werden durch ein etwas anderes Oberflächenprotein mitunter etwas leichter, aber die Meter davor, die das Virus überwinden muss werden davon nicht beeinflusst.

„Aber die Viruslast ist bei SARS-CoV-2 höher und damit auch die Infektiösität.“

EINWAND

Das wurde sogar schon von Mainstream-Medien widerlegt… Aber mit einer völlig falschen Begründung.

Tatsächlich mutieren Viren ständig, man kann sogar anhand der unterschiedlichen Mutationen zwischen Personen bestimmen, ob diese sich gegenseitig angesteckt haben und wenn ja, wie viele Viren dabei mindestens übertragen wurden.

Diese Studie zeigte, wie viele Partikel mindestens übertragen wurden, aber nicht, wie viele im Durchschnitt nötig sind. Denn nötig ist tatsächlich nur ein einzelnes Partikel, das sieht man in der folgenden Grafik, die aus dem Anhang (S.10) der Studie stammt:

Auf der Y-Achse finden sie die Anzahl der Viren, die bei der paarweisen Übertragung (Paare auf X-Achse) mindestens übertragen wurden.

Etwas anderes wäre physiologisch ja auch nicht wirklich zu erklären. Es gibt kein Wartezimmer für Viren und auch kein Teamwork der einzelnen Partikel untereinander. Wenn es ein Viruspartikel durch den Schleim auf dem Epithel in die Zelle schafft, kann der Replikationsvorgang beginnen.

Natürlich führen engere Kontakte zu einer Übertragung von mehr Partikeln, und das macht eine Übertragung wahrscheinlicher. Aber wie gesagt: Ob 10 oder 1000 Viren übertragen werden ist nur der allerletzte Punkt, von einer langen Kette an Handlungen im Infektionsablauf, und das hat daher keinen besonders großen Einfluss.

„Insbesondere die Delta-Variante und jetzt die neue Omikron-Variante breiten sich schneller aus, so dass es insgesamt zu mehr Todesfällen kommt.“

EINWAND

Für die genannten neueren Varianten von SARS-CoV-2 nimmt man eine höhere Infektionsität an. Die Infektiosität kann man aufgrund der Maßnahmen gar nicht mehr direkt bestimmen, so dass aushilfsweise der Vergleich mit der vorhergehenden Variante herangezogen wird.

Dabei machen aber alle den Fehler, nicht dafür zu korrigieren, ob sich die neue Mutante in einer Bevölkerung mit mehr und intensiveren Kontakten ausbreitet.

Normalweise breitet sich die Hauptvariante am schnellsten aus, diese befindet sich bildlich gesprochen in der Mitte eines Flusses, wo die Strömung (Ausbreitungsgeschwindigkeit) am stärksten ist (die kontaktfreudigste Bevölkerung).


Visualisierung der Wirkung des Lockdowns auf Mutationen

Allerdings ist jede Infektionskette endlich, und so endet auch der stärkste, mittlere Weg irgendwann (hier durch den roten Stein im Fluss dargestellt). Die jährlichen Grippewellen unterschiedlicher Influenza-Stämme enden ja auch jedes Jahr wieder.

Wenn also nach dem Enden der Hauptkette eine Mutante wieder (bildlich gesprochen) in die Mitte des Flusses findet, wird sie sich stärker ausbreiten als die verbliebenen Reste der alten Hauptvariante. Nichts anderes messen die Forscher daher.

So finden sich zum Beispiel in diesen englischen Daten zur Delta-Variante signifikant mehr Kontakte (2,3 statt 2,0 pro Fall) in der SGTF-Gruppe (SGTF steht für S-Gen target Failure, hier genutzt als Proxy für die Delta-Variante). Außerdem haben diese kontaktfreudigeren Menschen intensivere Kontakte. Die verlinkten Daten zeigen, das SGTF 7,3% der Kontakte der Kategorie ‚close‘ (das weniger als die Hauptkategorie ‚direct‘) hat, noSGTF dagegen 8,4%. Die SGTF-Gruppe hatte also mehr und intensivere Kontakte. Daher ist die gewählte Trichotomisierung (close, direkt, other) ohne Parallelisierung ungeeignet, um die Übertragungsrate (sec. Attack rate) zu vergleichen.

Auch in den Daten aus Dänemark zur Omikron-Variante zeigt sich, dass diese sich primär in der kontaktstärksten Gruppe (im Alter 20-29 Jahren) ausbreitet.


Alters-Verteilung der Fälle bei Omikron und anderen Variante

Dasselbe zeigt sich auch in den Daten für England:


Altersverteilung der Omikron-Fälle in England, nach Geschlecht

Die Mutanten sind also nicht infektiöser, sondern breiten sich immer nur in einer kontaktfreudigeren Bevölkerung aus als die letzte Variante zum aktuellen Zeitpunkt.

Auf ein anderes Problem weist auch OurWorldInData im Kleingedruckten hin:


Anteil Omikron in verschiedenen Ländern, man beachte das Kleingedruckte

Die Sequenzierung der Viren wird nur bei sehr wenigen Proben gemacht. Neu entdeckte und aktiv überwachte Varianten sind dabei wahrscheinlich überrepräsentiert, da Verdachtsfälle der neuen Variante viel wahrscheinlicher sequenziert werden als gewöhnliche Fälle.


Visualisierung der Verzerrung bei gezielter Suche nach Omikron mittels Sequenzierung

Daher scheint es vor allem am Anfang, als ob diese Fälle stark zunehmen. Wenn man aus den unzusammenhängenden Fällen der neuen Variante dann einfach einen R-Wert berechnet, und Modellierungen darauf aufbaut, erhält man automatisch viel zu hohe Werte.

„Durch eine Überlastung der Krankenhäuser würden aber noch mehr Menschen sterben.“

EINWAND

Wir hatten im Jahr 2020 eine historisch niedrige Bettenauslastung. Von einer Überlastung der Krankenhäuser im Allgemeinen kann daher keine Rede sein.

„Durch eine Überlastung der Intensivstationen würden aber noch mehr Menschen sterben.“

EINWAND

Durch einen Vergleich mit Dänemark kann auch dieses Argument widerlegt werden:

Dänemark hat gleich viele bis mehr Fälle (bis auf die dritte Welle in Deutschland, Bild 1), etwa gleich viele Hospitalisierungen (Bild 2), aber nur einen Bruchteil der Patienten auf Intensivstation (Bild 3). Dadurch kommt es aber nicht zu mehr Toten, tatsächlich hat Dänemark weniger COVID-19-Totesfälle (Bild 4).

Auch der kleine Unterschied in der Impfquote erklärt nicht, warum Deutschland 5-6 mal so viele Intensivpatienten hat.

Auch die deutlich mehr über 80jährigen, die in Deutschland infiziert sind (3mal so viele wie in Dänemark, Bild 6), machen nur einen Anteil von unter 10% an den Patienten auf Intensivstation aus (Bild 7) und verursachen nicht den Unterschied in der Belegung der Intensivbetten.

Der Grund dafür liegt in einer anderen Medizin, die sich aufgrund finanzieller Anreize in Deutschland entwickelt hat. Diese andere Behandlung in Dänemark ist aber nicht schlechter und kann auch in Deutschland angewendet werden, sollten die Intensivbetten zur Neige gehen. Dafür ist ein Umdenken und eine Änderung des Behandlungsregimes erforderlich. Ein Beispiel für ein anderes Behandlungsregime liefert beispielsweise die FLCCC.

1. Die Gefährlichkeit von COVID-19 hebt sich aus der Masse von anderen endemischen, saisonal zirkulierenden Viren nicht ab

Hinweis: Das bedeutet nicht, dass Menschen nicht an COVID-19 sterben oder es das Virus gar nicht gibt! Es geht hier nur um die Legitimation der Maßnahmen und die Begründung eines pandemischen Ausnahmezustandes.

Diese Aussage lässt sich anhand von Daten von EuroStat zu Schweden beweisen. Schweden ist in der Pandemie ja einen Sonderweg gegangen und hat fast keine Maßnahmen ergriffen.

Zum Vergleich dienen die Daten von Eurostat, über die wöchentlichen Sterbefälle nach Altersgruppen sowie über die Anzahl der Einwohner in diesen Altersgruppen zu Beginn des jeweiligen Jahres, die Daten für letzteres 2021 stammen aus anderer Quelle.

Da die Anzahl der Schweden, die 80 Jahre alt oder älter sind, seit 20 Jahren stetig steigt, und ihr Anteil an der Schwedischen Bevölkerung in den letzten Jahren weiter angewachsen ist, sind die Daten hier nach Altersgruppe aufteilt.

Wie gut ersichtlich ist, gibt es bei den älteren Schweden einen starken Abwärtstrend trotz Corona, hier kann man also keinen Impact des SARS-CoV-2 feststellen. Bei der Altersgruppe 0-79 könnte man eine leichte Steigerung nach dem Jahr 2019 vermuten, diese ist jedoch dem sehr milden Jahr 2019 geschuldet. Im Mittel kommen die Jahre 2019-2021 auf 0,36%, das ist der niedrigste Wert aller Zeiten (2017 und 2018: je 0,37%). Detaillierter bin ich auf die Saisonalität von 2019 in diesem Artikel eingegangen.

Wenn also Schweden trotz weitgehendem Verzicht auf Maßnahmen und überwiegendem Setzen auf Freiwilligkeit keine Übersterblichkeit hat, dann bestätigt sich damit, dass sich die Gefährlichkeit von COVID-19 im Rahmen der Gefährlichkeit der bereits endemischen, saisonal zirkulierenden Viren liegt.


„Aber COVID-19 ist doch ein ganz neuer Virus, deshalb kann muss er doch zusätzlich zu den anderen Viren dazukommen!“

EINWAND

Prof. C. Drosten von der Charité Berlin geht in seinem Podcast inzwischen von einer Kreuzimmunität bei einem Drittel der Bevölkerung aus. Es handelt sich also nicht um ein gänzlich neues Virus, sondern nur um eine Variation des schon bekannten.

Darüber hinaus gibt es eine natürliche Variation in den saisonal zirkulierenden Viren. Ein einfaches Beispiel ist das Influenza-Virus, hier wird jedes Jahr gegen die aktuell stark zirkulierenden Varianten des Virus geimpft.

Ob nun aber SARS-CoV-2 oder das Beta-Coronavirus zirkuliert, hat auf die Gesamtsterblichkeit statistisch gesehen – wie die Zahlen zeigen – kaum eine Auswirkung.

„Aber was ist mit den Langzeitfolgen von COVID-19, das sogenannte Long-Covid?“

EINWAND

Eine Studie aus Frankreich hat untersucht, inwieweit Symptome von COVID-19 mit einer durchgemachten Infektion zusammenhängen, indem sie die Pat. erst nach Abschluss des Beobachtungszeitraums auf eine COVID-19-Infektion getestet haben. Das Ergebnis: Das einzige während des Beobachtungszeitraums aufgetretene persistierende Symptom, das tatsächlich mit einer COVID-19-Infektion zusammenhing, war Anosmie (Geruchsverlust). Alle anderen Symptome hingen nicht mit der Infektion zusammen, dafür aber mit dem Glauben, eine COVID-19-Infektion durchgemacht zu haben.

Daher handelt es sich bei den Symptomen von LongCovid, außer Anosmie, um einen sogenannten Nocebo-Effekt: Die ständige mediale Beschallung mit der Gefahr von persistierenden Symptomen nach Infektion verursacht letztendlich unbewusst genau diese psychosomatischen Symptome.

Mein Fazit

Ich habe insgesamt sieben Gründe gefunden, die gegen die Maßnahmen sprechen. Die Gründe folgen einem Stufenschema, wobei jeder Punkt unabhängig von seinen Vorgängern ist. Wenn auch nur einer der Punkte stimmt, so erfüllen die Maßnahmen nicht alle Kriterien von Erforderlichkeit (1-3), Geeignetheit (4), und Angemessenheit (5-7) und wären demnach abzulehnen.

  1. Die Gefährlichkeit von COVID-19 hebt sich aus der Masse von anderen endemischen, saisonal zirkulierenden Viren nicht ab
  2. Selbst wenn es das tun würde, so ist die Delta-Variante für Ungeimpfte nicht mehr als eine schwere Grippe
  3. Selbst wenn sie das wäre, so kann eine Ivermectin-Prophylaxe für die ganze Bevölkerung sämtliche COVID-19-Wellen unterbinden.
  4. Selbst wenn das nicht funktionieren würde, so bewirken die Maßnahmen nicht weniger Todesfälle.
  5. Selbst wenn sie das tun würden, so sind die Maßnahmen dennoch widerrechtlich.
  6. Selbst wenn sie das nicht wären, so wären sie immer noch unmoralisch.
  7. Selbst wenn jeder einzelne der vorhergehenden Punkte falsch wäre, so hätte dennoch jeder einzelne Punkt Gegenstand einer ausführlichen gesellschaftlichen und politischen Diskussion (in den Medien) sein müssen.

Ich hoffe, ich konnte Sie überzeugen, mir zumindest in einem der Punkte zuzustimmen. Wenn sie noch weitere Artikel von mir lesen wollen, können sie meinen Blog abonnieren. Ansonsten lassen sie mir einen Kommentar da und sagen Sie mir, welche Argumente fehlen.

Veröffentlicht von Zacharias Fögen

Arzt. Psychosomatiker. Tiefenpsychologe. Verheiratet, Vater von zwei Söhnen. Gegner der Corona-Maßnahmen. Antikapitalist und Antisozialist.

12 Kommentare zu „COVID-19 Maßnahmen: Ja oder nein?

  1. Hallo Herr Fögen!
    Ihren Newsletter sowie einige andere aus der Branche verfolge ich regelmäßig. Nun habe ich schon öfters davon gelesen, dass das Virus SARS-CoV2 bisher noch nicht isoliert aus dem Organismus nach den kochschen Postulaten nachgewiesen wurde, was auch mehrere Gerichte in entsprechenden Prozessen eingeräumt haben.
    Wie bewerten Sie darauf bezogen Ihre Darstellung der zerlegten und analysierten Gensequenzen?
    Danke für Ihre Rückmeldung und besten Gruß,
    Nico Beator
    Bachelor of Arts in Gesundheitsmanagement
    Certified Movement Professional Coach
    Ernährungsberater
    Autor

    Gefällt mir

    1. Die kochschen Postulaten sind uralt und nicht an behüllten Viren in Gänze nachweisbar, wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass das zu untersuchende Virus nicht mit 100%iger Sicherheit mit den anderen Viren in der gleichen Reagenzschale übereinstimmt.
      Das sind so die uralten Tricks von Hardcore-Virenleugnern, die die Existenz von Viren an sich leugnen.
      Wurde während der Pandemie von einigen Personen aufgegriffen…

      Gefällt mir

  2. Hallo Herr Fögen, wieder mal eine wirklich fundierte Zusammenstellung in rhetorischer Schlüssigkeit – und das in Ihrer Freizeit. Respekt und vielen Dank! Das ist m.E. echte Solidarität mit der Gesellschaft und unserer eigentlich demokratischen Ordnung.

    Als besonders lächerlich und damit beispielhaft für den Verfall unserer „Informationsgesellschaft“ empfinde ich die verordnete Notwendigkeit, auch im Winter ständig zu lüften (in der Schule z.B. alle 20 Minuten, die Räume werden nie richtig warm) und das Tragen der Masken. Gegen jede Evidenz und Physiologie.

    Anerkennende Grüße, W. Kieser-Köhler

    >

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