Megatrends und Kapitalismus II: Massenmigration

Das ist mein zweiter Beitrag in der Reihe. Falls sie es nicht getan haben, sollten sie meinen Beitrag „Die vier Reiter des Kapitalismus“ vorher lesen, damit sie wissen, um was es geht. Weitere Beiträge finden sie unten.

Was ist mit Massenmigration gemeint?

Prinzipiell beziehe ich mich auf die massenhaft auftretende Migration von ärmeren Ländern in reichere Länder. Insbesondere bezieht sich das auf die Flüchtlingswelle 2015, aber bereits das Verschiffen afrikanischer Sklaven nach Amerika vor mehreren hundert Jahren war ein Fall von Massenmigration. Das Verschiffen der Sklaven ist dabei exemplarisch für die kapitalistische Agenda. Es ging darum, billigste Arbeitskräfte in die USA zu schaffen.

Kerngruppe der Massenmigration sind junge Menschen aus der Arbeiterklasse, denn das Ziel der Migration ist Arbeit und Wohlstand.

Kommen wir aber nun zu der heutigen Massenmigration.

Massenmigration und Kapitalismus

Der erste der vier Reiter des Kapitalismus, die Urbanisierung, profitiert definitiv von der Massenmigration. Das liegt daran, dass sich Migranten typischerweise nicht irgendwo auf dem Land unter Deutschen ansiedeln, sondern in Stadtvierteln, in denen bereits ihre Landsleute wohnen. Das ist auch ganz natürlich, denn diese haben die gleiche Kultur und sprechen die gleiche Sprache.

Für die Globalisierung ist eine differenziertere Betrachtung notwendig. Einerseits erhöht Massenmigration die Zahl der Arbeitskräfte in den Industrieländern und andererseits erniedrigt sie die Zahl der Arbeitskräfte in den Schwellenländern und der Dritten Welt.

Durch ersteres können die Arbeitgeber die Gehälter in den Industrieländern drücken, da es mehr Konkurrenz um die Arbeitsplätze gibt. Zuerst einmal stehen Migranten mangels Sprachkenntnissen erst für mehrere Jahre dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Wenn sie dann aber zur Verfügung stehen, können sie Angestellte mit unbefristeten Verträgen, wie sie in kleineren Unternehmen häufig sind, nicht ersetzen. Das zusätzliche Angebot hilft also dem kleinen Unternehmen nicht, seine Gehälter zu senken. Große Unternehmen dagegen können dank kurzfristiger Beschäftigung und Leiharbeit ihre Gehaltsstruktur verbessern.

Für jeden Arbeitslosen, der migriert, bleibt unter dem Strich bleibt eine Person arbeitslos (da neue Arbeit für diese ja nicht aus dem Nichts entsteht). Es gibt mehr Arbeitslose, so dass der Sozialstaat wieder vermehrt einspringen muss, allerdings im Zielland und nicht im Herkunftsland. Dadurch wiederum steigen die Sozialabgaben, was die Gehälter wieder anhebt. Dadurch bleiben netto nur höhere Lebenshaltungskosten (als im Herkunftsland), die von der Solidargemeinschaft zu tragen sind (so im Herkunftsland ein Solidarsystem überhaupt existiert hat).

Höhere Sozialabgaben belasten kleinere Unternehmen und Einzelunternehmer aber deutlich stärker als internationale Großunternehmen, die billig im Ausland produzieren (das ist der Aspekt des Reiters der Globalisierung).

Umgekehrt sinken die Sozialabgaben im Herkunftsland, dadurch sinken dort die Produktionskosten. Dabei spielt natürlich eine wichtige Rolle, dass oft Menschen ohne Arbeit abwandern, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. All dies spielt dem Reiter „Globalisierung“ zu.

Eine kleine Beispielrechnung hierzu. Gehen wir von einem Verhältnis von Arbeitern zu Arbeitslosen von 20:1 aus (Arbeitslosenquote 4,54%) und von Kosten pro Arbeitslosem von 20.000€ pro Jahr (vgl. meinen vorherigen Beitrag Megatrends und Kapitalismus I). Dann zahlen 20 Arbeitern Sozialabgaben von je 1.000€ pro Jahr. Die Sozialabgaben werden hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt, dies sind jeweils 500€ pro Jahr. Bei einem Verhältnis von 20:1,05 (entsprechend einem Zuzug in Höhe von 5% der Zahl der Arbeitslosen) bzw. 19:1 steigen die Sozialabgaben um 50€ pro Jahr bzw. 25€ für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Allerdings hatten wir einen Zuzug von 5.101.515 Ausländern (deshalb Massenmigration) in den letzten 10 Jahren. Demgegenüber stehen nur 2.704.306 Arbeitslose im Schnitt (6,1%). Dies entspricht einer Steigerung von 6,1% auf 15,79%. Das entspricht einer Steigerung von 610€ Sozialabgaben pro Arbeitnehmer und Jahr auf 1.569€ pro Jahr, also fast 1.000 € mehr Sozialabgaben pro Jahr und Kopf. Bei einem Durchschnittsgehalt von 50.000€ p.A. werden die Löhne also immerhin knapp 2% teurer (im internationalen Vergleich), und gleichzeitig haben die Arbeitnehmer 2% weniger in der Tasche. Die Kaufkraft insgesamt aber steigt, da die Sozialabgaben ja nur eine Umverteilung innerhalb der Gesellschaft darstellen, um 2% von den Firmen hin zu den Leistungsempfängern (und nochmal 2% von den Arbeitnehmern zu den Leistungsempfängern).

Die Firmen, die in Deutschland produzieren, müssen darauf reagieren, indem sie die Preise ihrer Waren und Dienstleistungen erhöhen. Das macht sie im internationalen Vergleich weniger konkurrenzfähig und fördert die Globalisierung.

Weiterhin wird das Zielland der Massenmigration abhängiger von Importen aus dem Ausland, da es immer schwieriger wird, die eigene Bevölkerung zu versorgen. Auch dies fördert wiederum die Globalisierung.

Dadurch, dass die Migranten in Deutschland deutlich mehr verdienen als in ihrer Heimat, schicken sie oft einen Teil des Geldes, den sie verdienen, zurück in ihre Heimat. Dies wiederum setzt im Heimatland eine Inflation in Gang, von welcher die Arbeitskräfte aufgrund nicht steigender Löhne abgehängt werden, das Land wird also folglich ärmer.

Es sorgt im übrigen auch für eine Inflation, aber dazu komme ich in einem anderen Artikel.

Für die Digitalisierung spielt die Massenmigration praktisch keine Rolle.

Kommen wir nun zur Dysidentifizierung. Durch die Massenmigration werden lokale Bräuchtümer geschwächt, denn es bilden sich immer auch Mischgemeinschaften (wo die Liebe hinfällt). Gerade durch die Zuwanderung aus islamischen Staaten bilden sich Konflikte zwischen unterschiedlichen Wertvorstellungen, beispielsweise in Punkto Frauenbild. Dies sorgt natürlich für eine schwierige Identitätsfindung gerade für jüngere aus islamischen Ländern eingewanderte Menschen und deren Kinder. Und genau darum geht es bei der Dysidentifizierung.

Weiterhin gibt es einen „Brain Drain“ in den Herkunftsländern, die junge Generation hat dadurch weniger Einfluss, das verstärkt Generationenkonflikte. Zudem stärkt es Extremisten, wenn die Gemäßigten das Land verlassen. Das führt zu mehr Konflikten, zu mehr Angst, also führt es letztendlich auch zu einer Dysidentifizierung in den Herkunftsländern.


Mein Fazit

DIe Massenmigration ist im Interesse der kapitalistischen Agenda. Das erklärt auch, warum Merkel, „Young Global Leader“ von Gnaden des World Economic Forum (WEF, das Herz der kapitalistischen Agenda), im Jahr 2015 sagte „Wir schaffen das“ und anschließend die Tore öffnete.

Tragisch ist allerdings, dass viele Linke auch auf diese Zug aufgesprungen sind und nicht erkennen, dass sie damit den Kapitalismus unterstützen.

Von daher sage ich: Massenmigration muss gestoppt und in Teilen auch wieder rückgängig gemacht werden. Zur Bekämpfung der Fluchtursache Armut muss die Ausbeutung der Herkunftsländer durch internationale Unternehmen aufgehalten werden.

Ich habe ja gesagt, es wird kontrovers! Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare oder auf Twitter!

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Veröffentlicht von Zacharias Fögen

Arzt. Psychosomatiker. Tiefenpsychologe. Verheiratet, Vater von zwei Söhnen. Gegner der Corona-Maßnahmen. Antikapitalist und Antisozialist.

4 Kommentare zu „Megatrends und Kapitalismus II: Massenmigration

  1. Danke Herr Zacharias für diese immer interessanten Posts. Ein Problem liegt wohl darin, dass man heute nur schwer noch von Staaten sprechen kann. Einzelne Exponenten auf dieser Welt konzentrieren soviel Kapital auf sich, dass diese auch wesentlich mächtiger als Staaten sein können. Durch Influencer und andere Mittel können Unternehmen (das sind nur noch Spielzeuge) zu den Handlungen gebracht werden, die wiederum eine Konzentration der Macht erhöht. Der einzige Prozess, der das Aufhalten kann ist Dezentralisierung von Kapital, Arbeitskräften, Arbeiten, Produktion etc. Die Dezentralisierung bringt wieder vermehrt Handarbeit wodurch mehr Menschen beschäftigt werden können. Kapitalismus, Kommunismus, Faschismus sind nur noch Worthülsen in der heutigen Welt. Man muss genau hinschauen um die wahren Gesichter der Akteure zu erkennen,

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  2. Thomas Barnett (The Pentagon’s New Map /Der Weg in die Weltdiktatur:Krieg und Frieden im 21. Jahrhundert. Die Strategie des Pentagon )

    Kurzfassung: Thomas P. M. Barnett
    Die 4 Neuen Gesetze der Globalisierung

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